Slide background

Algen- und Moosbewuchs

Der Bewuchs mit Algen oder Moosen ist grundsätzlich ein natürlicher Prozess, der auf Dauer bei allen Steinmaterialien auftritt. Die Art und der Umfang dieses Bewuchses hängen von der Pollenbelastung, den Wachstumsbedingungen für Algen oder Moose, der Nutzung der Fläche sowie dem Pflasterstein ab.

Die schlechtesten Wachstumsbedingungen haben Steine ohne Hohlräume, also dichte magmatische Natursteine, aber auch hart gebrannte Pflasterklinker mit dichten Oberflächen. Bei Betonpflastersteinen hängen der Bewuchs und die damit verbundenen Verfärbungen vom Hohlraumgehalt des Vorsatzbetons ab. Während Betonpflastersteine mit einer Wasseraufnahme von <5,0 Masse-% praktisch noch ihre ursprüngliche Farbe und Oberfläche zeigen, haben Steine mit einer Wasseraufnahme von 6 - 7 Masse-% nach einem Jahr schon einen deutlichen grünen Überzug. Die höhere Wasseraunahme zeigt sich auch in einer langsameren Abtrocknung der Steine, die die besseren Bedingungen für das Wachstum erzeugt. Die generell porige Oberfläche von Betonsteinen und der unvermeidbare Hohlraumgehalt führen bei genutzten Flächen nach einigen Jahren regelmäßig zu Bewuchs und Veränderung der Oberfläche.

 

 

Ausblühungen

Ausblühungen sind dünne, weißliche Ablagerungen verschiedener Salze auf der Oberfläche von trochenen Steinen. Wenn die Salze aus Calciumcarbonat bestehen, haben sie bei Betonsteinen in den ersten Jahren nach der Herstellung eine natürliche Ursache und sind eigentlich kein Mangel. Beim Abbinden des Zements entsteht als Zwischenprodukt Calciumhydroxid. Dieses wasserlösliche Salz wird mit dem Wasser in den Kapillaren an die Oberfläche gezogen. Die Reaktion mit Kohlendioxid aus der Luft ergibt das weniger lösliche Calciumcarbonat, das nach dem Verdunsten des Wassers an der Oberfläche als weißliche Verfärbung bleibt. Dieser Prozess dauert über 28 Tage hinaus bis zu 2 Jahren nach Herstellung der Steine an. Die Calciumcarbonatausblühungen verschwinden bei bewitterten Oberflächen nach wenigen Jahren.
Ausblühungen aus Natrium-, Magnesium-, und Kaliumsulfaten sowie andere Salzen sind viel seltener. Sie kommen aus verunreinigten Rohstoffen und lassen sich nur durch aufwendiges Sanieren abmindern.

 

 

Beschichtungen

Oberflächenbeschichtungen werden appliziert, um den Untergrund vor externen Einflüssen zu schützen und dessen Beständigkeit zu erhöhen. Dabei wird eine geschlossene Schutzschicht auf der Betonoberfläche aufgebracht. Die Schichtdicke beträgt dabei üblicherweise mehr als 0,1 mm.

 

 

Braunverfärbung durch Gerbstoffe

Bei der Zersetzung und Abbau wasserlöslicher, organischer Substanzen aus Laub und Gras werden Gerbstoffe gelöst, die in die Betonoberfläche einziehen und zu bräunlichen Verfärbungen führen können. Die Entfernung ist sehr schwer und nur mit erheblichen Aufwand möglich. Daher sollte Laub im Herbst regelmäßig von Betonoberflächen entfernt werden.

Düngereste müssen ebenfalls umgehend von den Steinen entfernt werden, da auch diese sehr hartnäckige Flecken auf den Belägen hinterlassen.

 

 

Farbunterschiede

Nach verschiedenen Herstellungsverfahren gefertigte bzw. nach gleichen Herstellungsverfahren, aber zu verschiedenen Zeitpunkten gefertigte, sonst gleichartige Erzeugnisse können geringe Farbunterschiede aufweisen, die wegen der Fertigungszeitpunkte sowie geringfügige Stoffschwankungen in den Ausgangsstoffen technisch unvermeidbar sind. Die Unterschiede sind für den Gebrauchswert ohne Belang, da Helligkeitsdifferenzen in der Regel unter Benutzung der Erzeugnisse und bei normaler Bewitterung ausgeglichen werden.

 

 

Flechten

Flechten sind Lebensgemeinschaften zwischen Pilzen und Algen. Ihre Farben variieren von schwarz bis weiß über rot, braun, gelb bis grün. Sie sind Überlebenskünstler, die extreme Lebensbedingungen überstehen können und daher weit verbreitet. Ihre Fähigkeit zum Überleben liegt in der Tatsache begründet, dass sie schnell austrocknen können und dann oft nur einen minimalen Wasseranteil enthalten. Währenddessen sind sie physiologisch inaktiv.

 

 

Imprägnierungen - filmbildend

Porenschließende Behandlung des Betons zur Reduzierung der Oberflächenporosität und zur Verfestigung der Oberfläche. Die Poren und Kapillaren sind teilweise oder vollständig gefüllt. Die Behandlung führt üblicherweise zu einem ungleichmäßigen dünnen Film auf der Oberfläche (Versiegelung). Die Schichtdecke beträgt ca. 0,05 mm.

 

 

Imprägnierungen - hydrophobierend

Behandlung des Betons zur Herstellung einer wasserabweisenden Oberfläche. Die Poren und Kapillare sind nur ausgekleidet, jedoch nicht gefüllt. Auf der Oberfläche des Betons bildet sich kein Film. Das äußere Erscheinungsbild ändert sich nur wenig oder überhaupt nicht.

 

 

Kantenabplatzungen

Kantenabplatzungen sind kein Indiz für schlechte Steinqualität. Diese optischen Mängel entstehen vielmehr durch Missachtung der technischen Regeln beim Verlegen der Steine. Sie entstehen, wenn benachbarte Pflastersteine aneinanderstoßen.

Die häufigste Ursache für Kantenabplatzungen an Betonsteinpflastersteinen ist eine zu enge Verlegung und Nichteinhaltung der vorgeschriebenen Fugenbreite. Auch horizontale Verschiebungen durch Verkehrsbelastungen, Temperaturunterschiede und entleerte Fugen können als Ursache in Frage kommen.

 

 

Kratzspuren

Kratzsspuren können immer dort auftreten, wo eine übermäßige Beanspruchung der Oberfläche des Pflastersteins vorliegt. Die Beanspruchung kann durch Gartenmöbel, defekte Fahrzeuge, Eisenschaufeln, Schneeschieber usw. entstehen. Auch der Einsatz einer Rüttelplatte bei Pflasterarbeiten kann ebenfalls zu Kratzern führen, wenn keine Plattengleitvorrichtung verwendet wird.

 

 

Oberflächenveränderungen

Oberflächenveränderungen treten durch Umwelteinflüsse auf. Zu diesen Einflüssen gehören Niederschlag, Temparatur- schwankungen etc. Dabei werden feinste Teilchen aus dem Stein gelöst. Dies schadet dem Stein zwar nicht, führt aber zu einer optischen Veränderung. Je dichter ein Stein ist, desto unwarscheinlicher ist die Auswirkung auf die Oberfläche.

 

 

Wasseraufnahme, Abtrocknungsverlauf

Die Wasseraufnahme soll bei allen Pflastersteinen gering sein, um eine hohe Frostbeständigkeit zu gewährleisten. Aber auch, wenn die Wasseraufnahme innerhalb der zulässigen Grenzen liegt, haben unterschiedliche Wasseraufnahmen und ein unterschiedlicher Abtrocknungsverlauf verschiedene optische Wirkung.

Eine Wasseraufnahme von 6 Masse-% bedeutet einen dem Wasser zugänglichen Hohlraumgehalt in Form von Kapillaren oder größeren Poren von etwa 12 bis 13 Vol.-%. Der gesamte Hohlraumgehalt aus unvermeidbaren Kapillarporen und dem Wasser nicht zugänglichen Mikroporen umfasst ca. 20 bis 23 Vol.-%.

Hof  ·  Terrassen  ·  MauernPflege für Steinflächen rund ums Haus